Der Einzelhandel hat es in Holzkirchen ohnehin schwer, einige Geschäfte mussten in der letzten Zeit aufgeben und immer wieder wurde das Manko der fehlenden Parkplätze bei den Geschäften als einer der Schließungs-Gründe genannt.

Streitpunkt sind nun die zwei öffentlichen Parkplätze am Oskar-von-Miller-Platz. Die Geschäftstreibenden hatten darum gebeten, dass der eine Behindertenparkplatz in einen normalen Parkplatz umgewandelt wird, weil es sich gezeigt hat, dass dieser Parkplatz von den Behinderten kaum genutzt wurde u.a.

Daraufhin wurde von unserer Standortförderin angeregt, dass beide Parkplätze entfernt werden sollten. Zufällig waren zwei der Geschäftsinhaber bei dem Ortstermin Anfang August 2017 anwesend und baten nochmals eindringlich darum, die Parkplätze zu belassen. Vor der Sitzung des Ort- und Verkehrsplanungsausschusses haben die umliegenden Geschäftsinhaber mit einer Unterschriftenaktion nochmals eindringlich darauf hingewiesen, dass sie die Parkplätze für ihren Geschäftsbetrieb brauchen und diese auch benutzt werden.

Nun hat also der Orts- und Verkehrsplanungsausschuss mehrheitlich (gegen die Stimmen der FWG und eine der CSU) beschlossen, die beiden Parkplätze am Oskar-von-Miller-Platz im Holzkirchner Zentrum abzuschaffen und eine Planung zu beauftragen, damit sich dort die Bürger aufhalten können (Bänke etc.).

Hand aufs Herz: wer will sich dort aufhalten, wenn direkt daneben an der Ampel die lauten und stinkenden LKWs brummen, der KFZ-Verkehr unablässig vorbeirauscht …. Und die Aussicht auf den Friedhofseingang und die asphaltierte Straßenkreuzung ist ja nun auch nicht so berauschend.

Daran wird sich auch nicht so schnell etwas ändern – bislang ist ja nicht einmal die Herabstufung der Bundesstraße geglückt, die eine elementare Voraussetzung für eine Gestaltung der Verkehrssituation ist.

Mit der Abschaffung der Parkplätze wird somit eine einzelne Maßnahme aus dem Mobilitäts- und Ortsentwicklungskonzept herausgepickt, die erst erfolgen sollte nach der Beruhigung der problematischen Verkehrssituation, nach der weiteren Planung der Ortsentwicklung, nach der Unterstützung des Einzelhandels mittels Einzelhandelskonzepts etc. Anders gesagt: das Pferd wird von hinten aufgezäumt!

Was kommt also als nächstes? Die Abschaffung sämtlicher öffentlicher Parkplätze im Marktplatzbereich, auch derjenigen der Hafnergasse?

Und was macht der Einzelhandel? Einbezogen wurde er jedenfalls nicht, was die Parksituation in Holzkirchen betrifft. Ihre Bitten und Proteste wurden mehrheitlich vom Ausschuss im Rathaus nicht gehört und überstimmt, die Standortförderin hat nicht den Kontakt zu den Geschäftsinhabern gesucht.

Fazit: Erst wenn das letzte Geschäft in Holzkirchen geschlossen ist, werden die Holzkirchner spüren, was es bedeutet, keine Parkplätze zu haben und was gepflasterte Aufenthaltsbereiche im Zentrum des Ortes neben dem Autoverkehr bedeuten.