Eine Idee mit Zukunft für Gemeinderat Erdal Karli

Geht es nach Gemeinderat Erdal Karli sollen in der Marktgemeinde Holzkirchen künftig öffentliche Transportmittel völlig autonom fahren. Heute Abend stellt der Informatiker seine Idee vor.

Wie wird der Marktgemeinderat über den Antrag zur Einbindung des autonomen Fahrens entscheiden?

Kann Holzkirchen Zukunft? Sollte es – das findet zumindest Gemeinderat Erdal Karli. In einem Antrag für die heutige Marktgemeinderatssitzung in Holzkirchen fordert der Systemadministrator für Datenbanken wörtlich: „Der Gemeinderat möge die Berücksichtigung autonom und ohne Fahrer gelenkte Transportmittel wie Busse im Orts- und Verkehrsentwicklungskonzept aufnehmen“.

Als Begründung führt der Fachmann für Digitalisierung das rasante Fortschreiten der Technik im Bereich der fahrerlosen und selbst gelenkten Fahrzeuge an. „Alleine in den letzten zwei Jahren, seit dem Startschuss zum Orts- und Verkehrsentwicklungskonzeptes, hat sich die Entwicklung der autonomen Mobilität erstaunlich weiterentwickelt“, so Karli.

Er beruft sich dabei auf mehrere europäische Projekte, darunter eine Initiative der Deutschen Bahn in Bad Birnbach sowie dem Mercedes Benz Future Bus. „Die ersten funktionierenden Systeme sind in absehbarer Zeit auf dem Markt. Wir haben ein Orts- und Verkehrsentwicklungskonzept auf den Weg gebracht, aber berücksichtigen nur Techniken aus dem letzten Jahrhundert“, mahnt Karli den Gemeinderat.

Vorzeigeprojekt für den Technologiestandort Holzkirchen

Zwar möge die Umsetzung des Konzeptes Jahre oder auch Jahrzehnte in Anspruch nehmen – dennoch werde die Technologie im Laufe dieser Zeit alltäglich werden. Und so sei es gerade bei einer langfristig angelegten Agenda, wie die der Orts- und Verkehrsentwicklung, von besonderer Bedeutung zukunftsorientiert zu planen.

„Ich möchte die autonome Mobilität für öffentliche Verkehrsmittel wie Busse berücksichtigt haben, denn das wurde bis heute völlig ignoriert und ist meiner Meinung nach eine Schlüsseltechnologie, die wir in so einem Konzept nicht übergehen können. Ich will, dass man sich mit dem Thema tatsächlich auseinandersetzt und es nicht nur bei einer Willenserklärung bleibt.“

In dem Einsatz dieser zukunftsweisenden Technik sieht der Gemeinderat nicht nur eine Möglichkeit, den Verkehr im Ort in den Griff zu bekommen, sondern auch das Potenzial eines Prestige- und Vorzeigeprojektes des Technologiestandortes Holzkirchen. Dazu müsse die Marktgemeinde einen eigenen Ausschuss oder runden Tisch einrichten, um dort Steuerung, Aufgabenverteilung, Partner und Sponsorensuche in der Industrie sowie Kostensteuerung zu organisieren. Auch Zuschüsse durch den Staat könnten geprüft werden. Jetzt liegt die Entscheidung bei den Gemeinderäten.