Nun ist es amtlich: Holzkirchen wird voraussichtlich keine Südumfahrung bekommen, sondern eine Transitstrecke von Bad Tölz zur Autobahn Holzkirchen.

Der Anmeldung zugrundegelegte Notwendigkeit
Wichtige Bedeutung für die verkehrliche Verbindung zwischen der A 8 und dem MZ Bad Tölz, da bislang ein Erreichbarkeitsdefizit zum MZ Bad Tölz und zum UZ Lenggries besteht.
(Zitat aus BVWP, http://www.bvwp-projekte.de/strasse/B013-G090-BY/B013-G090-BY.html

 

In der Projektbeschreibung (B013-G090-BY) des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) wird lapidar festgestellt, dass das Oberland eine Zubringerstraße zur Autobahn für Bad Tölz und Lenggries braucht. Derzeit wird diese Transitstrecke hauptsächlich über Holzkirchner Flur geplant:

Umgehung

In den nächsten 10 Jahren wird der Transitverkehr von Bad Tölz zur Autobahn-Anschluss-Stelle Holzkirchen voraussichtlich um 1/3 zunehmen (v.a. der Schwerlastverkehr). Die neuen Gewerbegebiete in/bei Bad Tölz werden ihren Verkehr über die geplante Nordspange direkt auf die B13 leiten durch die Ortschaften Kurzenberg, Großhartpenning und Holzkirchen, die ohnehin unter dem jetzigen Verkehrschaos leiden.
Derzeit wird ein Mobilitätskonzept erstellt, damit der sogenannte hausgemachte Holzkirchner Verkehr (Ziel- und Quellverkehr) verringert werden kann. Wir von der FWG Holzkirchen befürworten dieses Mobilitätskonzept und arbeiten konstruktiv daran mit.
Dennoch müssen wir Lösungen finden für den Durchgangsverkehr (Transit), der in den nächsten Jahren erheblich zunehmen wird, wenn die zusätzlichen LKW und PKW aus Bad Tölz (neues Industriegebiet) zur Autobahn nach Holzkirchen fahren. Denn eins ist klar: noch mehr Verkehr kann die Gemeinde Holzkirchen nicht aufnehmen, erst recht nicht den zusätzlichen Schwerlastverkehr aus Bad Tölz!
Im BVWP wurde eine Transit-Strecke aufgenommen, die die B13 mit der B318 verbindet, allerdings nicht als einheitliche Straße, sondern als drei gesonderte „Umgehungsstraßen“ mit unterschiedlicher Gewichtung:


BVWP

Es ist genau das eingetreten, das wir von der FWG Holzkirchen befürchtet und vorhergesagt haben:

  • Der erste Streckenabschnitt ist als vordringlich eingestuft worden und wird realisiert werden.
  • Großhartpenning und Kurzenberg werden zunächst keine Umgehungen bekommen und in dem Plus an Transitverkehr erheblich mehr belastet (ersticken im Verkehr).

Wir sind der Meinung, dass diese Transitstrecke nicht derart künstlich getrennt werden darf, sondern einheitlich als eine Straße beurteilt werden muss. Ansonsten kann nicht beurteilt werden, ob mögliche Alternativen eher geeignet wären (Vergleichbarkeit, Kosten-Nutzen-Relation…).
Außerdem sind wir gegen die zusätzliche Belastung der betroffenen Orte Thann, Sufferloh, Groß- und Kleinhartpenning und Kurzenberg durch die jetzigen Streckabschnitte mit dem zusätzlichen (Schwer-) Verkehr aus Bad Tölz.

Es handelt sich hier um das unmittelbare Naherholungsgebiet Holzkirchens, das von vielen Familien und Bürgern gerne genutzt wird und durch die jetzigen Transitstrecken zerstört werden würde. Die Gemeinde würde mit einer Betonlandschaft aus Unterführungen, Zufahrten und Schallschutzwänden zerrissen, die letzten idyllischen Landschaften würden zerstört. Die Naherholungsgebiete, die für die Holzkirchner Bürger noch zu Fuß zu erreichen sind, würden zerschnitten.
Den weiteren Ausbau der Streckenabschnitte Großhartpenning/Kleinhartpenning und Kurzenberg sehen wir sehr kritisch und stellen die Frage:
Wird die Ortsumfahrung für Großhartpenning überhaupt gebaut werden?
Zum einen sind die Kosten von 25 Mio enorm hoch (trotz der Nichtberücksichtigung von Einhausungen und Lärmschutzmaßnahmen, die die Gemeinde Holzkirchen bezahlen müsste). Zum anderen spricht die topographische Lage der Westumfahrung (Nähe Asberg) gegen eine geeignete Straßenführung – ganz abgesehen von den zu erwartenden naturschutzrechtlichen Hindernissen zwischen Klein- und Großhartpenning.

Die Landschaft zwischen Großhartpenning, Kleinhartpenning und dem Asberg wird aufgrund ähnlicher Umweltkriterien wie am Waldrand südlich Großhartpennings durch den Artenschutz rechtlich nicht durchsetzbar sein. Rotmilan, Fledermaus und Gelbbauchunke sind auch hier beheimatet; der Asberg ist großteils im Vertragsnaturschutz und mit einem alten Baumbestand bewachsen.
Wir nehmen daher den Hinweis des BVWP auf:

Der in den nachfolgend aufgeführten, herunterzuladenden Lageplänen dargestellte Verlauf des Projekts stellt eine der Lösungsmöglichkeiten dar. Dieser Verlauf liegt der gesamtwirtschaftlichen, umweltfachlichen, städtebaulichen und raumordnerischen Bewertung bzw. Beurteilung zugrunde. In den nachfolgenden Planungsstufen kann sich der Verlauf verändern. In diesem Fall wird regelmäßig eine neue gesamtwirtschaftliche Bewertung zum Nachweis der Bauwürdigkeit des Projekts durchgeführt.
(Zitat aus BVWP, http://www.bvwp-projekte.de/strasse/B013-G090-BY/B013-G090-BY.html

Ergebnis:
Die jetzigen Vorschläge (Lösungsmöglichkeiten) sind abzulehnen.
Eine „Ortsumfahrung“ (besser: Transitstrecke), die den Verkehr nur von A nach B verlagert und dazu noch mehr Verkehr quer durch die ganze Gemeinde anzieht, die Landschaft unwiderruflich zerstört und einen Teil der Gemeinde sich seinem Schicksal überlässt, ist für uns keine Lösung.

Es ist eine überregionale Lösung zu suchen, mit der der Transitverkehr von Bad Tölz auf den „Autobahnzubringer“ B318 geleitet werden kann. Dabei ist nicht nur auf die Kosten zu achten, sondern es sind v.a. auch die Bedürfnisse der Bewohner der betroffenen Ortschaften zu berücksichtigen mit dem Ziel einer umweltschonenden Bauweise.

Es kann nicht sein, dass das Wachstum von Bad Tölz mit der zusätzlichen Verkehrsbelastung von den Holzkirchnern aufgefangen wird, die ohnehin schon unter der enormen Verkehrsbelastung leiden!