Jedes Kind hat ein Recht auf Hilfe

Die Hilfeleistungen für „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ sind wichtig und notwendig – das haben wir bei dem Besuch der Freien Wähler am Samstag, dem 18.4.2015 im Caritas Kinderdorf in Irschenberg erfahren. Vielen Dank für die vielen Informationen, die uns Frau J. Schmidt vom Kinderdorf gegeben hat und die ehrlichen und offenen Antworten auf unsere Fragen!

Näheres finden Sie unter:

http://www.fw-bayern.de/aktuelles/archiv/2015/fw-besuch-im-caritas-kinderdorf-irschenberg/

und

Artikel Gudula Beyse:

Freie Wählergemeinschaft Holzkirchen

Besuch aus dem Landtag
im Caritas-Kinderdorf Irschenberg

Neun minderjährige Flüchtlinge nahm das Kinderdorf auf dem Irschenberg 2014 in seine Obhut. In den ersten dreieinhalb Monaten 2015 sind es schon 47 schwer traumatisierte Mädchen und vor allem Buben, die hier Ruhe, Sicherheit und Fürsorge im Dorf selbst, in Pflegefamilien oder in Wohngruppen gefunden haben. Zwei bis drei Jahre Flucht voller Gewalt, Hunger, Durst, Überanstrengung und Angst liegen hinter den jugendlichen Flüchtlingen – vorwiegend aus Afghanistan, Somalia und Eritrea – und unausgesprochene grauenhafte Erlebnisse, die sich jeder Schilderung entziehen. „Wir brauchen Therapeuten, Therapeuten, Therapeuten,“ sagte Jeannette Schmidt von der Kinderdorf-Leitung jetzt einer FW-Landtagsdelegation, die sich zusammen mit einheimischen Vertretern der Freien Wähler über das Kinderdorf und die speziellen Probleme jugendlicher unbegleiteter Flüchtlinge informierte.

Und nicht nur Therapeuten: Es braucht auch weniger Bürokratie-Hürden, erhebliche Geldmittel und vor allem viel mehr Helfer für Alltagsbewältigung, ärztliche Betreuung, Sprachkurse, Bildung, Freizeitgestaltung und Integration, zeigte das Gespräch zwischen Schmidt und den Besuchern. Eingefunden hatten sich unter der Führung des FW-Landesvorsitzenden MdL Hubert Aiwanger die Abgeordneten Dr. Florian Streibl und Professor Dr. Michael Piazolo sowie ihre Mitarbeiter, der Irschenberger Bürgermeister und Kreisrat Hans Schönauer, dazu aus Holzkirchen Kreisrätin und FWG-Ortsvorsitzende Birgit Eibl, Schatzmeister Florian Stienen und Beisitzerin Gudula Beyse und aus weiteren Orten Kommunalpolitiker der Freien Wähler. Felix Stahl vom FW-Landesvorstand, der selbst auf schöne Jugendjahre im Kinderdorf zurückblickt, überreichte „die Kaffeekasse der Freie-Wähler-Fraktion“, einen großen Berg Kleingeld als Spende für einen noch unerfüllten Wunsch der jungen Ausländer an Schmidt.

Ausführlich schilderte Schmidt, assistiert vom 18-jährigen Sami aus Eritrea, die Situation jugendlicher Flüchtlinge auf dem Irschenberg in Schule, Freizeit und Psychotherapie, bevor sie die Gruppe durch die großzügige Anlage führte. Sami, seit einem Dreivierteljahr in Deutschland, hat sich während seiner dreijährigen Flucht durch Mittel- und Nordafrika selbst die lateinische Schrift und Englisch beigebracht, lernt fleißig Deutsch und besucht hochmotiviert und erfolgreich die Mittelschule in Bad Aibling, um danach einen technischen Beruf – „vielleicht Automechaniker?“ – zu erlernen. „Unsere Ausbildungsbetriebe würden gerne Lehrstellen mit jungen Menschen wie Sami besetzen,“ berichtete Bürgermeister Schönauer aus der Gemeinde Irschenberg, doch leider scheitere eine Berufsausbildung häufiger daran, dass die Auszubildenden gerade im technischen Bereich die nötigen Fachausdrücke nicht kennen. Aber Hans Schönauer wusste auch von einem jungen Mann, der zur Zeit ein duales Studium absolviert. „Wir bräuchten jede Menge Bilder-Lexika,“ wünschte sich Jeannette Schmidt als Beispiel für viele nötige einfache und praktische Hilfen, an denen es fehlt.

Wie Schmidt informierte, befindet sich das Caritas-Kinderdorf in Sachen Flüchtlingsbetreuung – für den ganzen Raum südlich München in der Betreuung unbegleiteter jugendlicher Flüchtlinge eingesetzt – noch in einer komfortableren Situation. Zu Ausländerbehörden, Sozialeinrichtungen und Polizei hat Schmidt einen guten direkten Draht und kann so vieles mit „ihren“ Sachbearbeitern schnell abklären. Doch mache sich bei der Bearbeitung von Anträgen vielfach die Überlastung der Aufnahmestellen und der zuständigen Ämter bemerkbar, „so dass wir uns immer wieder in einer juristischen Grauzone bewegen müssen.“ Auch mit Vormündern für die minderjährigen Schützlinge sowie mit Wohnraum und Sozialarbeitern für die flügge Gewordenen wird es allmählich eng.

„Wir brauchen diese jungen Leute, um in der Zukunft unsere Lehrstellen und Arbeitsplätze zu besetzen,“ waren sich Landes- und Kommunalpolitiker einig. Deshalb müsse unbedingt rasch mehr für sie getan werden als bisher. Parallel dazu soll versucht werden, in den Herkunftsländern besser darüber aufzuklären, was Flüchtlinge auf ihrem langen Weg erwartet und dass am Ziel vieles anders ist als angenommen und erhofft. Selbst diese Erfahrungen und Erkenntnisse entmutigen freilich die jungen Menschen am Irschenberg nicht. Trotz ihrer schrecklichen Erlebnisse seien sie entschlossen, das Beste aus ihrer Situation zu machen und möglichst viel zu lernen, wie Jeannette Schmidt schilderte. Zwar wollen sich viele der jungen Ausländer in Deutschland integrieren, aber es gibt doch eine ganze Reihe, die sich hier beruflich qualifizieren und dann in ihrem Heimatland eine Existenz aufbauen wollen.

 

 

Bürgerbeteiligung gefordert!!

Bürgerbeteiligung gefordert für das größte Projekt der Marktgemeinde Holzkirchen

FWG-Gemeinderat Marcus Ernst beantragt einen Bürger-/Ratsentscheid.

Bitte hier klicken: FWG-ME-Geothermie-Antrag auf Ratsentscheid-Bürgerentscheid-22.04.15

Kommentar: Birgit Eibl

Warum jetzt noch eine Bürgerbeteiligung? –Richtig ist, dass im Gemeinderat seit Jahren immer wieder über ein Geothermie-Projekt gesprochen wird. Fakt ist aber auch, dass die ursprüngliche Planung erst im Dezember 2014 in nichtöffentlicher Sitzung aufgegeben wurde und am 16.4.2015 die Bürger öffentlich über das neue Vorhaben informiert wurden. Die Gemeinderäte haben auch erst kurz vorher die Unterlagen bekommen (teils unvollständig) und konnten erst am 16.4.15 ihre Fragen dazu stellen.
Meine Meinung: Zu dem jetzigen Geothermie-Projekt (kleine Dublette) kann erst nach der Präsentation der Fachleute am 16.4.15 jeder Bürger befragt werden. Zu welchem Projekt und auf welcher Grundlage wäre denn vorher eine Befragung möglich gewesen?

Stirbt das Geothermie-Projekt schon aus Zeitgründen bei einer Bürgerbeteiligung? – Nachdem die Planer am 16.4.15 auf den engen Zeitplan für die EEG-Vergütung hingewiesen haben (bis 31.12.2017 muss Strom eingespeist werden, sonst drohen Mindereinnahmen von 4-6 Mio), ist diese Frage berechtigt. Das neue Geothermie-Projekt steht und fällt mit dem Bezug der EEG-Vergütung, da sowohl Wärme- als auch Stromerzeugung ohne die staatliche Subvention ein totales Verlustgeschäft wären.
Es dauert ca. 2-3 Monate, bis die Bürger befragt sind und ein Ergebnis vorliegt.
Der Zeitplan des Projekts wird durch eine Verzögerung beeinträchtigt, sei es nun eine Bürgerbeteiligung oder eine etwaige abgelenkte Bohrung oder Lieferschwierigkeiten beim extra anzufertigenden Kraftwerk und und und ….
Sollen wir aus Angst davor, dass technische Schwierigkeiten den Zeitplan durcheinanderbringen könnten, auf eine Bürgerbeteiligung verzichten?
Meine Meinung: Wenn das Projekt schon unter derartigem Zeitdruck geplant ist und ein derartiger finanzieller Verlust möglich ist, muss erst recht jeder Bürger Holzkirchens darüber entscheiden dürfen, ob die Gemeinde dieses Risiko eingehen soll. Schließlich ist auch jeder Bürger betroffen, wenn das Geothermie-Projekt nicht so klappt wie es uns am 16.4.15 vorgestellt wurde.
Kurz gesagt: jeder muss das finanzielle Risiko mittragen, aber keiner der Bürger hat einen finanziellen Vorteil durch billigeren Strom oder billigeren Wärmebezug.
Ist es uns wert, den Bezug von regenerativer Energie mit öffentlichen Steuergeldern von geschätzt 40 Mio (wenn alles gut geht und die jetzige Planung funktioniert) zu finanzieren und deshalb auf andere gemeindliche Projekte zu verzichten?
Ist es uns wert, das Risiko des Scheiterns des Geothermie- Projekts einzugehen und dann einen Verlust von mindestens 11 Mio zu tragen mit der Folge, auf andere gemeindliche Projekte verzichten zu müssen?
Das geht uns alle an – das sollten auch alle entscheiden dürfen!